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Umreich's Anglerfachmarkt  Rheinboldtstraße 24  2362 Biedermannsdorf Bezirk Mödling     

Mura Lakes Carp Cup 2017

Im Herbst 2017 fand bei den Mura Lakes auf dem kleineren Abschnitt des Gewässers ein Cup der Sonderklasse statt. Organisatoren des Cups waren Chris Bienert, einer der bekannteren Fischer Österreichs und Vertreter von Rebelcell, sowie „Mike“ Ebner einer der verrücktesten Angler Österreichs. Schon im Frühjahr meldeten Matthias von Umreich‘s Anglerfachmarkt und meine Wenigkeit uns an, bei dem Cup mitzumischen. Als wir uns angemeldet haben, kannten wir das Gewässer nicht wirklich so gut und haben es ein wenig unterschätzt. Im Spätsommer verbrachten wir einmal Nächte am Wasser und fuhren auch „blank“ wieder nach Hause. Wir hatten das Gewässer voll und ganz unterschätzt. Seit diesem Wochenende beschäftigte es uns sehr, wie wir fischen sollten auf dem Cup und auch welchen Platz wir bekommen würden. Auf der M1 gab es natürlich einige Plätze, an denen wir zwar mehr Bisse bekommen würden, aber auch dafür einige im Totholz verlieren würden. Auf anderen Plätzen wiederum gäbe es zwar nicht so ein hohes Risiko, Fische zu verlieren, aber dafür wäre die Bissquote nicht dieselbe.

 

…….. ein Tag vor dem Cup

Wie immer trafen wir uns bei „Umreich`s Anglerfachmarkt“. Matthias musste zwar noch arbeiten aber ich war einfach schon so aufgeregt, dass ich einfach zum Geschäft fahren musste. Ich ging noch öfters die Checkliste durch, die wir in den Wochen davor angefertigt hatten, um auch wirklich nichts zu vergessen im Eifer des Gefechts. Gegen 17 Uhr war es dann auch schon soweit. Wir räumten nur noch das ganze Zeug in den Wagen und machten noch kurz einen kleinen Abstecher bei unseren „Mädls“ vorbei, bevor die Session losging. Wir entschieden uns, noch in derselben Nacht nach Ungarn zu fahren um auch ja nicht zu spät zur Verlosung zu kommen, die am nächsten Tag gegen 9 Uhr stattfand.

 

…….. Gegen 23 Uhr konnten wir dann endlich den Bezirk Mödling verlassen und waren am direkten Wege Richtung Ungarn. Gegen 3 Uhr kamen wir dann auch endlich an und waren um einige Stunden zu früh am Wasser, doch wir bemerkten schnell, dass wir nicht die einzigen waren. Bei der Anlage konnten wir auch noch andere Autos wahrnehmen. Die meisten hatten ihre Liegen einfach nur aufgestellt und unter freiem Himmel geschlafen. Nach langer Fahrt öffneten wir uns traditionellerweise ein Bier. In dieser Zeit kamen auch noch ein paar andere Teilnehmer zu uns. Wir plauderten noch ein wenig und verbrachten dann die letzten Stunden im Auto und schliefen ein wenig.


Am nächsten Tag wurden wir von den anderen Teilnehmern, die mit den Autos kamen, geweckt. Es versammelten sich die Teams vor dem Großzelt, das aufgestellt wurde. Dort tranken wir noch einige Kaffees und ein paar Bier. Es bekamen noch die Teams ihre Schilder mit den Teamnummern. Nach langem Warten war es endlich soweit und es wurden die Plätze gezogen. Matthias zog für uns. Wir hatten zwar nicht den „besten“ Sattel, aber schlecht war er deswegen auch nicht. Uns fiel ein Stein vom Herzen und wir waren nach der Ziehung etwas beruhigter. Nach der Ziehung machten wir uns auf den Weg zum Auto und fuhren unseren Platz an. Nach etwa einer Stunde hatten wir unser Camp endlich fertig aufgebaut und begannen gleich darauf, alle Ruten herzurichten. Matthias war dafür zuständig und ich kümmerte mich derweil um das Futter und das Boot. Gegen 13 Uhr folgte dann der Startschuss und alle schwärmten wie die Ameisen aus. Wir konnten beobachten, dass die anderen keine Anfänger waren, da sie sich wirklich sehr viel Zeit mit der Platzwahl ließen und auch so wie wir jeden cm inspizierten und unter die Lupe nahmen. 



Wir fanden einige Plätze auf der gegenüberliegenden Seite, wo es relativ ruhig war und markierten die markanten Stellen sofort, doch fütterten nichts an. Erst als wir die Ruten mit am Boot hatten, nahmen wir uns etwas mit. Eine Rute fischten wir ausschließlich mit Tigernuss und fütterten auch nur eine Hand voll dazu. Diese Rute lag auf einem Plateau mitten im Freiwasser. Die anderen 3 Ruten platzierten wir auf der anderen Uferseite in Tiefen zwischen 60cm und 2,5 m. alle auf relativ harten Boden und auch in Unterholznähe oder auch sogar direkt im Holz.

Vom Futter her entschieden wir uns für eine der besten Fertigkugeln am Markt… „The Key“ und „The Key Cray“ und die dazugehörigen „Pop Ups“ und „Dips“. Außerdem hatten wir wieder unsere Geheimwaffe mit…. Eingefrorene Dreikantmuscheln, die wir Monate zuvor aus dem Gewässer gesammelt hatten. Da in diesen Gewässern die Fische ohnehin ein Überangebot an Naturnahrung hatten, entschieden wir uns, wirklich nur 2 bis 5 Kugeln halbiert zu füttern und fütterten hauptsächlich die „gecrushten“ Muscheln, die die Hauptnahrung unserer geliebten Schuppenträger waren.
 

Der erste Fischkontakt….
Noch in der ersten Nacht hatten wir auf einer der Ruten, die bei der anderen Uferseite lag, Fischkontakt, doch leider konnten wir den Fisch nicht auf die Matte legen. Die Anspannung wuchs rasant und der Druck wurde immer stärker. Noch in der ersten Nacht übernahm eines der Teams die Führung. Sie hatten einen „Top-Sattel“, doch dafür auch sehr viele Hindernisse, die es ihnen auch nicht wirklich leicht machten. Der Fisch hatte an die 5 kg. Man merkte auch den anderen die Anspannung an.


Am nächsten Tag waren wir wieder mit dem Boot unterwegs und nutzten die Sonnenstrahlen, um auch mit dem „Aquascope“ den Grund am anderen Ufer auf noch markantere Stellen abzusuchen. In den weiteren 1,5 Tagen verloren 2 Teams neben uns mehrere Fische. Alle schwammen sofort ins Unterholz. Die Anspannung bei den Teams stieg immer mehr, doch trotz dieser Stimmung verstanden wir uns alle, plauderten miteinander und tauschten uns über Erfahrungen an anderen Gewässern ein wenig aus.

 

…. Nun war die letzte Nacht des „Cups“ angebrochen….

Kurz bevor es dunkel wurde tauschten wir ein letztes Mal all unsere „Rigs“ aus um auch wirklich mit 100% scharfen Haken zu fischen und das „Verlieren“ eines Fisches zu vermeiden. Nachdem alle Ruten wieder an ihrem Platz lagen, setzen wir uns mit unseren Nachbarn zusammen und versuchten, den Abend halbwegs entspannt ausklingen zu lassen. Ein letztes Mal kam Chris Bienert bei uns vorbei, um uns mit Essen zu versorgen, doch es war nicht das letzte Mal.




3 Stunden später ging einer unserer Bissanzeiger los. Es war kein „Vollrun“ sondern immer nur vereinzelt ein paar „Piepser“. Sofort sprangen Matthias und ich ins Boot. Binnen 2 Minuten waren wir auf der anderen Seite und fuhren der Schnur entlang. Es musste ein Fisch sein, da die Schnur parallel an der Uferseite entlang gespannt war. Nach ein paar Sekunden schrie Matthias auf „Ja, ich spüre etwas“. Ich beobachtete in der Zeit die Rutenspitze und konnte es kaum glauben. Nach wenigen Minuten war er dann auch schon im Netz. Ein wunderschöner Fisch. Wir konnten es kaum glauben und fuhren wieder Richtung Camp ans Ufer. Ich versorgte schnell das Boot und ging zu Matthias, der schon den Fisch in der Cradle untergebracht hatte. Sofort riefen wir Chris Bienert an, der auch für das Wiegen der Fische beim Cup zuständig war. Als er da war, konnte auch er es kaum glauben. Es versammelten sich einige der anderen Teams vor unserem Platz und gratulierten uns zum Fisch. Wir wogen den Burschen. Er hatte 7,8 kg. Wir konnten es nicht fassen, da wir bisher den größten Fisch hatten und auch nun den ersten Platz gemacht hatten. Nach dem Wiegen machten wir noch kurz ein paar Erinnerungsfotos und entließen den Fisch in die Freiheit. Wir versuchten, uns schlafen zu legen, konnten aber kaum schlafen, da wir unheimlich nervös waren, da der Cup mit diesem Fisch ja noch nicht zu Ende war. Bis zum nächsten Morgen hatten die anderen Teams zwar noch ein paar Bisse, konnten diese aber nicht verwerten.

 


Am nächsten Morgen begannen wir langsam das Camp abzubauen. Anschließend gab es noch die ersehnte Siegerehrung, auf die wir schon sehr gespannt waren. Wir konnten uns den ganzen Vormittag das Grinsen kaum verkneifen. Nachdem wir das Auto fertig gepackt hatten fuhren wir zum Sammelpunkt und unterhielten uns noch mit einigen der anderen Teams. Bei der Siegerehrung wurden von den ersten 2 Plätzen Fotos gemacht, und die Pokale überreicht. Guten Gewissens konnten wir danach das Gewässer verlassen und fuhren wieder Richtung Österreich. Es war einer der härtesten Cups, die wir je gefischt hatten.

 

Stefan Aslan







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